Montag, 19. Oktober 2020

Wetter – Zwischen Hundstagen und Raunächten



Druckfrisch, hält sich gut gegen den Himmel, selbst bei trübem Herbstwetter. Darin 30 Essays über Atmosphäre, Wetterphänomene und wie wir das wahrnehmen. Auch zu Un-Orten, wie das Auge des Sturms:"Das wohl beständigste Wetterphänomen unseres Sonnensystems tobt auf dem Jupiter: Seit mindestens 360 Jahren dreht sich ein Antizyklon über dem Planeten, ein Wirbelsturm von gigantischem Ausmaß, ausgelöst von einem Hochdruckgebiet. Sein Durchmesser ist anderthalbmal so groß wie der Durchmesser der Erde, sein Rüssel reicht 300 Kilometer in die Tiefe, und er erzeugt mit seiner Rotation so viel Wärme, dass die Luft über ihm auf über 600 Grad erhitzt wird. Dabei wird Ammoniakeis, Ammoniumhydrogensulfid, Wassereis und Dampf durch den Raum gewirbelt. Der Lärm muss ohrenbetäubend sein – die gemessenen Schallwellen sind vergleichbar mit dem brachialen Lärm des Brechens von Ozeanwellen. Dieser sogenannte Große Rote Fleck besitzt ein gigantisches Sturmauge, und wie bei allen Sturmaugen herrscht in der Mitte Bewegungslosigkeit (relativ gesehen: Die Winde im Innern rauschen »nur« mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde dahin, während sie außen, jenseits der Augenwand, bis zu 425 Stundenkilometer erreichen). Stille. Ruhe. Nichts. Ein Un-Ort inmitten des Chaos, wo Zeit und Raum umeinanderwirbeln, gleichsam aufgeladen und entschleunigt, aufgepeitscht und reglos, ein überdimensionales Tao."

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Alle Wetter! Studiogast

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